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Ritucharya leitet sich von zwei Sanskrit-Wörtern ab: ऋतु (Ritu) und चर्या (Charya).
ऋच्छतीति ऋतुः
Mit anderen Worten, der Begriff „Ritu“ leitet sich von „Ru“ ab, was „Bewegung“ oder „gehen“ bedeutet. Er repräsentiert die zyklische Bewegung der Zeit und den geordneten Wechsel der Jahreszeiten.
ऋतूनां चर्या ऋतुचर्या
Ritu ist gleichbedeutend mit Kala (Zeit). Daher bedeutet Ritucharya die Lebensweise, die gemäß den wechselnden Jahreszeiten und dem Fluss der Zeit befolgt werden sollte.
Das Ziel von Ritucharya ist die präventive Gesundheitsversorgung. Ayurveda wartet nicht auf das Auftreten von Krankheiten, sondern legt Wert auf rechtzeitige Anpassungen, damit der Körper im Gleichgewicht bleibt.
Das Prinzip basiert auf „yat pinde tat brahmande“, was bedeutet, dass der menschliche Körper ein Abbild des Universums ist. Mit der Veränderung der äußeren Umwelt verändert sich auch der Körperzustand. Die Einhaltung saisonaler Praktiken trägt zur Erhaltung der Gesundheit bei, insbesondere von Bala (Kraft), Varna (Hautfarbe), Verdauung und Immunsystem.
Laut Ayurveda wird das Jahr je nach Sonnenlauf in zwei primäre Sechsmonatsperioden, sogenannte Ayanas, unterteilt:
1. Hemanta (Frühwinter: Mitte November – Mitte Januar)
Während der Hemanta-Phase wird durch die äußere Kälte das Verdauungsfeuer (Agni) nach innen gelenkt und dadurch gestärkt.
Diät:Genießen Sie süße, saure und salzige Speisen. Verzehren Sie nährstoffreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Zuckerrohr, frischen Reis, Weizen und Fleischsuppen sowie gesunde Fette.
Nicht tun:
Verzehren Sie leichte, kalte und trockene Speisen, da diese Störungen des Vata-Doshas verursachen können.
Routine:Tägliche Ölbehandlung (Abhyanga) mit Schwerpunkt auf Kopfmassage, heißem Bad, körperaufbauenden Übungen, dem Tragen dicker Kleidung und dem Aufenthalt an einem warmen Ort.
2. Shishira (Spätwinter: Mitte Januar bis Mitte März)
Es ähnelt sehr Hemanta, aber der Grad an Kälte und Trockenheit ist in dieser Jahreszeit höher.
Diät:Verzehren Sie ähnliche Speisen wie in Hemanta beschrieben, legen Sie aber besonderen Wert auf warme Speisen.
Lifestyle:Halten Sie sich an einem windstillen, warmen Ort auf. Setzen Sie die Ölmassage und warme Kleidung fort. Vermeiden Sie Kälte, Schlafen am Tag und starken Wind.
3. Vasanta (Frühling: Mitte März – Mitte Mai)
Mit zunehmender Wärme beginnt sich das in der vorangegangenen Jahreszeit gebildete Kapha aufzulösen. Dies führt zu Verdauungsproblemen und einem Gefühl von Schwere und Verstopfung.
Diät:Bevorzugt werden bittere, scharfe und adstringierende Geschmacksrichtungen. Leichte Speisen wie alte Gerste, Weizen, Honig und Braten sind geeignet.
Vermeiden:Schwere, süße, saure, ölige, kalte Speisen und neue Getreidesorten.
Lifestyle:Zur Reinigung können Vamana (Erbrechen) und Nasya (Nasenspülungen) empfohlen werden. Bewegung, Trockenmassage und die Anwendung von Sandelholz- oder Kampferpaste sind hilfreich. Tagsüber sollte unbedingt geschlafen werden.
4. Grishma (Sommer: Mitte Mai – Mitte Juli)
In dieser Zeit herrscht intensive Hitze, und die Körperkraft nimmt allmählich ab. Vata nimmt zu, während Kapha abnimmt.
Diät:Wählen Sie süße, leichte, sämige und flüssige Speisen. Fruchtsäfte, Kokoswasser, kalte Milch mit Zucker und Fleischsuppen von Tieren aus trockenen Regionen sind vorteilhaft.
Vermeiden:Übermäßig salzige, scharfe und saure Speisen, Überanstrengung und Alkohol.
Lifestyle:
Suchen Sie kühle, schattige Orte auf, in der Nähe von Wasser oder in einer beruhigenden Umgebung. In dieser Jahreszeit ist ein Mittagsschlaf erlaubt.
5. Varsha (Regenzeit: Mitte Juli – Mitte September)
In dieser Jahreszeit ist die Verdauung aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der instabilen Umweltbedingungen geschwächt. Das Verdauungsfeuer (Agni) ist am niedrigsten.
Diät:Bevorzugen Sie saure, salzige und fetthaltige Speisen. Alte Getreidesorten wie Weizen, Reis und Gerste eignen sich. Honig und gut abgekochtes, abgekühltes Wasser werden empfohlen.
Vermeiden:Flusswasser, übermäßige Flüssigkeitszufuhr und schwere, schwer verdauliche Mahlzeiten.
Lifestyle:
Ein Einlauf (Vasti) kann Vata ausgleichen. Halten Sie Ihren Körper trocken, tragen Sie Schuhe und vermeiden Sie es, durchnässt zu werden. Sport, Schlafen am Tag und der Kontakt mit Feuchtigkeit sollten eingeschränkt werden.
6. Sharad (Herbst: Mitte September – Mitte November)
Im Herbst kann die starke Sonneneinstrahlung Pitta plötzlich verschlimmern.
Diät:Wählen Sie süße, bittere und herbe Geschmacksrichtungen, um Pitta auszugleichen. Reis, Mungbohnen, Kandiszucker, Amla und Honig sind vorteilhaft.
Vermeiden:Fette, Öle, Quark, scharfe Speisen, saure Speisen und würzige Speisen.
Lifestyle:
Hamsodaka – durch Sonne und Mond gereinigtes Wasser – wird zum Trinken und Baden empfohlen. Mondlicht am Abend, Sandelholzpaste, Virechana und Raktamokshana werden nach Prüfung der individuellen Eignung für Personen mit Pitta-Überschuss empfohlen.
Die letzten sieben Tage einer bestimmten Jahreszeit und die ersten sieben Tage einer anderen Jahreszeit bilden das Ritusandhi. Es ist eine sehr sensible Zeit.
In dieser Zeit muss die alte Routine schrittweise reduziert und die neue, saisonale Routine behutsam eingeführt werden. Plötzliche Änderungen können den Körper belasten und Krankheiten auslösen.
Dieser Begriff bezeichnet saisonale Störungen oder Unregelmäßigkeiten, bei denen die erwarteten Merkmale einer Jahreszeit entweder fehlen oder durch ungewöhnliche Muster ersetzt werden. Beispielsweise kann es während der Regenzeit ausbleiben oder im Winter regnen. Im Ayurveda werden solche saisonalen Anomalien auf drei verschiedene Arten unterschieden: Atiyoga (Überexpression), Ayoga (Unterexpression) und Mithya Yoga (verzerrte Expression).
In der heutigen Zeit ist diese Vorstellung angesichts des Klimawandels und der globalen Erwärmung von großer Bedeutung. Die seit Jahren vorherrschenden saisonalen Muster scheinen sich zu verändern.
Bei einem Ungleichgewicht der Umwelt verliert der Körper sein Gleichgewicht. Er wird anfällig für Infektionen, Allergien und Erkrankungen wie das metabolische Syndrom. An diesem Punkt gewinnt das Konzept des Ritucharya an Bedeutung. Es ermöglicht uns, den Zustand des Körpers zu erkennen. Doshas und Panchamahabhutas und unser Verhalten und unsere Ernährungsgewohnheiten entsprechend ändern.
Ein Tag könnte als Illustration der sechs Jahreszeiten betrachtet werden:
Die drei Doshas – Vata, Pitta und Kapha – sind nicht statisch. Sie durchlaufen im Laufe der sechs Jahreszeiten einen natürlichen saisonalen Rhythmus von Sanchaya (Ansammlung), Prakopa (Verschlimmerung) und Prashama (Beruhigung).
| Dosha | Sanchaja (Akkumulation) | Prakopa (Verschlimmerung) | Prashama (Befriedung) |
| Vata | Grishma (Sommer) | Varscha (Regenzeit) | Sharad (Herbst) |
| Pitta | Varscha (Regenzeit) | Sharad (Herbst) | Hämanta (Frühwinter) |
| Kapha | Shishira (Spätwinter) | Vasanta (Frühling) | Grishma (Sommer) |
Das Verständnis und die Befolgung der jeweils passenden Ritucharya für jede Jahreszeit sind unerlässlich, da diese natürlichen Veränderungen nicht ignoriert werden dürfen.
Wird die Prakopa-Phase nicht richtig bewältigt, können die gestörten Doshas tiefer in das Gewebe eindringen und allmählich zu chronischen Erkrankungen führen. Deshalb ist die jahreszeitliche Disziplin nicht nur ein traditionelles Konzept, sondern ein praktischer und präventiver Ansatz für langfristige Gesundheit.
Jeder kann von Ritucharya profitieren. Die allgemeinen Prinzipien gelten für alle, während die Details je nach individueller Prakriti (Konstitution) angepasst werden können, um bessere Ergebnisse zu erzielen.
Takeaways auf Ritucharya
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